ECHO

Installation | Projektionen auf ovale Projektionsflächen | Filme zu je ca. 3 min/Loop | seit 2005

Ausschnitt der animierten Verschmelzung

Was steckt alles in mir – woher kommt mein Aussehen, woher meine Angewohnheiten, meine Krankheiten und Vorlieben?
Wir sind keine losgelösten Individuen, unabhängig im Fluss der Zeit, sondern jeder Einzelne ist Erbe einer Kette von Vorfahren, die zurück reicht bis zum Anbeginn des Lebens. Die wissenschaftliche Forschung kann in unseren Genen die Spuren unserer Vorfahren zurückverfolgen und weitreichende Aussagen über ihre Herkunft und ihr Vermächtnis an uns treffen, das heute zum Teil durch uns lebendig ist.


Diese Videoarbeit verbindet die letzten Glieder der weiblichen Personen der Ahnenketten, mittels der Abbildungen, die von ihnen erhalten sind. Wie die Gene durch Reproduktion immer wieder zu neuen Verbindungen verschmelzen, verschmelzen auch die Portraits miteinander und werden in ihrer Gesamtheit zu einem eigenständigen, neuen Portrait. In der Animation tritt mit der Zeit abwechselnd ein Gesicht dominant aus der verschmolzenen Masse hervor.
Der Naturforscher Francis Galton entwickelte das für diese Arbeit in digitaler Weise verwendete Composite-Verfahren 1877, im Rahmen seiner Forschungen zur Rassenlehre. Galtons Verfahren gründete auf der Vorstellung der Physiognomik, dass man von dem Aussehen einer Person auf ihren Charakter und ihr Potenzial schließen könnte.
Auch Ludwig Wittgenstein nutzte das Komposite-Verfahren und untersuchte damit seine Fragen zur Familienähnlichkeit. So ist etwa eine Aufnahme erhalten, die Wittgenstein und seine beiden Schwestern als Composite-Fotografie zeigt.

 

Die bis jetzt auf diese Weise mit der Arbeit „Echo“ entstandenen Verschmelzungen enthalten zwischen 10 und 13 Einzelportraits aus bis zu 6 Generationen – die letzten sichtbaren Glieder der Ahnenkette.

Beispiele weiterer Verschmelzungen
Beispiele weiterer Verschmelzungen